„Nationalist Cosmopolitanism“: Anthroposophen und der Erste Weltkrieg – ein Interview mit Peter Staudenmaier

Der Erste Weltkrieg

Waldorfblog

Im Sommer 1914 jährt sich der Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Dieses Datum wie seine entsetzlichen und verheerenden Folgen haben sich auch tief in die Entwicklung und das Antlitz der Anthroposophie und ihres Gründers Rudolf Steiner (1861-1925) eingegraben. Dazu befragte ich Peter Staudenmaier (Juniorprofessor für Neuere deutsche Geschichte an der Marquette University – Milwaukee, Wisconsin), der kürzlich die erste umfangreiche kritische Geschichte der Anthroposophie im Nationalsozialismus publiziert hat.

staudenmaierPeter Staudenmaier (Foto: Privat)

Ansgar Martins: Die Anthroposophie entstand aus der deutschen Landessektion der Theosophischen Gesellschaft Adyar. Im Einklang mit der multinationalen theosophischen Agenda unter Annie Besant entwickelte Steiner eine Esoterik, die explizit an das „christliche Abendland“ und die „deutsche Tradition“ anknüpfte. Diese Tendenzen verselbstständigten sich immer mehr. Sie waren dann auch wichtige Motive bei der Trennung von Theosophie und Anthroposophie 1912/3. Welchen Einfluss hatte der keine zwei Jahre später ausgebrochene Erste Weltkrieg auf die Entwicklung dieser jungen esoterischen Bewegung?

Peter Staudenmaier:

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